Rhönradturnen in Taunusstein

Geschrieben von Katja am . Veröffentlicht in Uncategorised

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Die Anfänge 
Mitte der 60er Jahre waren in der Turnabteilung des TSV Taunusstein überwiegend Geräteturner aktiv. Der Leiter der Gruppe war Fritz Fuchs. Er interessierte sich für Rhönradturnen schon seit seiner Kindheit, als er in seinem damaligen Verein im Rhönrad "hin- und hergerollt" war. Als Anerkennung für Schauvorführungen seiner Turngruppe stellte ihm die Gemeinde Bleidenstadt zwei Rhönräder zur Verfügung, mit denen er ab 1967 die Rhönradgruppe aufbaute.
Durch unermüdlichen Einsatz gelang es Fritz Fuchs, Wettkämpfe in Bleidenstadt auszutragen und Lehrgänge zu organisieren, unter anderem hielt auch der Bundesobmann für Rhönradturnen Werner Mais Vorträge in unserem Verein.
So verwundert es nicht, dass sich bald erste Erfolge einstellten. Beim Gauturnfest 1969 waren Bettina Loos, Heidi Schünemann, Harry Bund und Ottmar Kerner jeweils Erste in ihren Leistungsklassen. Dieser schöne Erfolg für die junge Gruppe beflügelte, und im darauffolgenden Jahr errang Ottmar Kerner den ersten Hessischen Meistertitel für den TSV Bleidenstadt. Die Erfolgsbilanz wurde immer besser; im Jahr 1971 konnten mit dem Hessischen Meister Ottmar Kerner, dem Hessischen Jugendmeister Steffen Hoffmann sowie mit Inge Eschenauer, Bettina Loos, Marita Reichert und Manfred Gärtner bereits sechs Aktive zu den Deutschen Meisterschaften geschickt werden, die bei der Premiere achtbare Resultate erzielten.
Seit dieser Zeit ist der TSV bei jeder Deutschen Meisterschaft vertreten, und im Jahre 1974 zeigte Andreas Rave mit dem ersten Deutschen Meistertitel, dass mit den Taunussteinern gerechnet werden muss. Der ganz große Durchbruch in der nationalen Spitze blieb trotz dieses Erfolges zunächst versagt. Mit dem Engagement von Heinz-Günther Wrasmann als Trainer kam der große Leistungsschub im Verein. Vizemeistertitel von Dietmar Pressner und Wolfgang Bientzle bei den Deutschen Schülermeisterschaften 1977 in Taunusstein und 1978 in Hannover waren der Beginn einer langen Kette von Spitzenleistungen der Taunussteiner Aktiven, denn auch die Turnerinnen wollten nicht zurückstehen und sammelten angeführt von Monika Glasenhardt und Jobina Pinkenburg Titel um Titel.
Die Entwicklung von neuen Übungsformen und -teilen wurde von den Taunussteiner Rhönradturnern entscheidend mitgeprägt. Der besonders Dank gebürt daher an dieser Stelle unserem Gründer Fritz Fuchs und unserem Trainer H.G. "Rhöni" Wrasmann. Auch nach deren berufsbedingten Ausscheiden kam die Arbeit in Taunusstein nicht zum Erliegen. Mit Wolfgang Bientzle erwuchs aus den Reihen einer homogenen Gruppe ein fachlicher, kompetenter Trainer, der nicht nur durch seine Erfolge und sein Sportstudium, sondern auch durch seine engagierte Arbeit und seinen persönlichen Einsatz den Leistungsstand und die Aktivitäten der Rhönradturner vergrößerte.
Eine große Anzahl von Meistertiteln war die Folge. Unter anderen wurden diese Titel von Monika Glasenhardt, Wolfgang Bientzle, Tanja Getto, Marc Weber und Claus Mecklinger gewonnen. Diese Bandbreite erfolgreicher Turner sorgte dafür, dass auch viele Mannschaftstitel gewonnen wurden. Die Turnerinnen dominieren die nationale Konkurrenz seit 1984, bei den Männern stehen Titelgewinne seit 1985 zu Buche. Auch die Hessische Auswahlmannschaft, die sich zum Großteil aus Taunussteiner Turnern konstituiert, konnte sich in den vergangenen Jahren bei den Deutschen Pokalmeisterschaften der Landesturnverbände ununterbrochen in die Siegerliste eintragen.


Die Neunziger Jahre 
Zusammen mit seinem Bruder Jürgen Bientzle und Mitgliedern der Leistungsgruppe (hier sind vor allem Eva Weber und Katja Homeyer zu nennen) leitete Wolfgang Bientzle die Nachwuchsarbeit, die 1990 mit dem Förderpreis der Dresdner Bank für vorbildliche Jugendarbeit in Deutschland gewürdigt wurde. Auch die vielen Schülermeistertitel besonders durch Maike Klatte und Miro Zorbic sprechen eine deutliche Sprache.
Doch nicht nur im Wettkampfgeschehen wurden deutliche Akzente gesetzt. Die Schauvorführungen des TSV mit dem Rhönrad sind nationale und internationale Spitze. Auftritte in der gesamten Bundesrepublik sind ebenso begeistert aufgenommen worden wie die zahlreichen Shows im europäischen Ausland und den Vereinigten Staaten von Amerika.
Die Auftritte beim Ball des Sports, der bundesdeutschen Turngala, der Gymnaestrada und nicht zuletzt vor einem begeisterten heimischen Publikum in Taunusstein spornen die Aktiven ebenfalls an.
Die Besuche im Ausland erstrecken sich aber nicht nur auf Showeinlagen. Auch bei der Aufbauarbeit von nationalen Verbänden und ausländischen Gruppen wird in Zusammenarbeit mit anderen deutschen Vereinen tatkräftige Hilfe geleistet. Niemand glaubte zu Beginn der Neunziger Jahre, dass der Erfolg der Taunussteiner Rhönradturner lange anhalten würde oder sogar noch größer werden könnte.
Nach der zweijährigen Abstinenz von Wolfgang Bientzle, der mit Holiday on Ice auf Reisen war, übernahmen Katja Homeyer und Jürgen Bientzle die Trainingsleitung der Taunussteiner Rhönradturner, sowohl im TSV als auch in der neu entstandenen Rhönradabteilung des SV Taunusstein- Neuhof.
Die Internationalisierung, die 1990 mit dem Europacup in Taunusstein eine Initialzündung erfuhr, mündete 1994 in die Gründung des Internationalen Rhönrad-Verbandes (IRV) in Basel. Nach dieser Legitimation einer internationalen Sportart lief auch der Erfolg der Taunussteiner weiter. 16 Europameistertitel (bis 1994) und 12 Weltmeistertitel (ab 1995) im Erwachsenen- und Juniorenbereich wurden bisher nach Taunusstein geholt. Katja Homeyer, Maike Klatte, Wolfgang Bientzle und Miro Zorbic waren im Erwachsenenbereich die dominierenden Sportler sowohl national als auch international.
Die erfolgreichsten Junioren der '90er Jahre waren Nadine Burkhardt, die bereits mit WM und EM-Gold dekoriert wurde, Nico Budniok, der Doppelweltmeister '95 bei den Junioren wurde und '97 als Vizeweltmeister im Spiralturnen den Sprung in die Medaillenränge bei den Erwachsenen schaffte, sowie Sonja Schäfer (1. WM '95 im Spiralturnen), Julia Pohling (1. WM '97 im Spiralturnen und 2. WM '97 im Geradeturnen) und Jan Schäfer (2. WM '95 im Geradeturnen, 1. WM '97 im Gerade- und Spiralturnen).
Der Höhepunkt der 90er waren die vom TSV Taunusstein in Limburg ausgerichteten Weltmeisterschaften. Eine kaum zu überbietende Begeisterung für das Rhönradturnen in der Region, Lob von allen Seiten für Organisation und Ausrichtung, tolle Erfolge und Titel für Wolfgang Bientzle, Miro Zorbic, Nico Budniok und Jan Schäfer bei den Männern, sowie Katja Homeyer und Maike Klatte bei den Frauen. In der Jugend stachen besonders Julius Petri und Julia Pohling durch ihre mehrfachen Titelgewinne heraus. 6000 Zuschauer an drei Tagen in der Heinz-Wolf- Halle waren der verdiente Lohn.
Als Repräsentant der Stadt Taunusstein und des Rhönradturnens sind die Teilnahmen an weiteren internationalen Veranstaltungen hervorzuheben. Das Team nahm teil an den Gymnaestraden in Amsterdam (1991) und Berlin (1995) im Schaubereich sowie als ausgewählte Präsentation im Rahmen der Gala der FIG und bei der weltweit größten Tattoo in Halifax, Kanada (1998).


 
Der Beginn des 21. Jahrhunderts 
Die Dominanz der Taunussteiner hielt weiter an, nur nach dem vollzogenen Generationswechsel mit anderen Namen. Nadine Burkhardt, Julia Pohling, Holger Schneider, Julius Petri und Jan Schäfer knüpften nahtlos an die Erfolge ihrer Vorgänger an. Julia Pohling und Jan Schäfer wurden mit ihren mehrfachen deutschen und internationalen Titeln zu den überragenden Turnern. Diese Erfolge und im besonderen Kontakte von Wolfgang Bientzle nach Übersee brachten dem Show-Team zahlreiche Auftritte ein. Zu nennen sind hier u.a. die wiederholten Teilnahmen am Nova Scotia International Tattoo in Halifax/Kanada in den Jahren 1998, 2000, 2002, und 2005 sowie am Virginia International Tattoo 2001 und 2004 in Norfolk/USA. Im Jahr 2002 reiste das Team nach Denver/USA, um dort bei der Eröffnung der NFL-Saison bei den Denver Broncos vor 80.000 Zuschauern an der Halbzeitshow mitzuwirken.
Bei der 6. Rhönrad-WM in Salzburg, Österreich 2007 bewiesen die Taunussteine abermals, das mit ihnen immer noch zu rechnen ist. Nadine Münster (ehem. Burkhardt) war auch nach ihrer Babypause nicht zu stoppen und verteidigte ihren Weltmeistertitel im Spiraleturnen. Julius Petri wurde Vize-Weltmeister im Mehrkampf und Weltmeister mit der Mannschaft. In der Jugendklasse machte Melissa Fialho bei ihrem ersten internationalen Wettkampf auf sich aufmerksam, indem sie einen tollen 3. Platz im Spiralefinale der Juniorinnen erturnte.
Selbst im Trainingsbereich ist Englisch als Sprache in Taunusstein nichts ungewöhnliches mehr. Viele Gäste aus Europa und Übersee sowie u. a. die Ausrichtung internationaler Leistungslehrgänge für Wettkampf- und Showathleten sorgen dafür, daß im Bleidenstädter Sport- und Jugendzentrum sehr oft ein internationales Flair vorhanden ist.

In jüngerer Zeit hat sich wieder eine neue Generation und ein großartiges Team entwickelt. Mit Sarah Metz, Marvin Homeyer, Kira Homeyer, Jasmin Schönbach, Ida Wassilew erwuchsen neue hervorragende Turnerinnen und Turner, die seit fast einem Jahrzehnt in der internationale Spitze turnen und zahlreiche Deútsche  und Weltmeistertitel erturnt haben. Rund um diese Turner besteht eine große Gemeinschaft, die weiterhin auf nationaler und internationaler Ebene die Zuschauer mit ihren Showvorführungen in den Bann zieht.

Seit 4 Jahren gehört das Cyr-Turnen, als weitere Disziplin zum Rhönradturnen. Auch in dieser neuen Sportart können die Taunusstein mit Kassandra Geyer und Jule Petsch schon internationale Erfolge und Titel nach Hause holen.

Die Entwicklung des Taunussteiner Rhönradturnens von 1967 bis heute konnte niemand voraus ahnen. Viele Personen und deren Helfer, die an diesem Erfolg beteiligt sind und waren, können hier gar nicht alle erwähnt werden. Die weitere Zukunft hängt, wie bisher, vom idealistischen Engagement vieler Trainer, Helfer und Sportler ab, da ohne den Willen jedes Einzelnen dieser bisherige Erfolg niemals zustande gekommen wäre.

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